Flohmarkt oder Internet? So werden Sie Trödel los und kommen schnell an ihr Geld!

Wer etwas zu verkaufen hatte, stellte sich früher auf den örtlichen Flohmarkt und bot dort bei Wind und Wetter seine gebrauchten Alltagsgegenstände, Antiquitäten, selbstgebastelte Handarbeiten und Strickmützen an. Heute geht alles um einiges leichter - im Internet. Online werden nicht nur die wenigen hundert Flohmarktpassanten erreicht, die am eigenen Stand vorbeikommen, sondern zumindest theoretisch Millionen Internetsurfer. Dennoch sollte das Potenzial des Flohmarktes nicht ignoriert werden. Gerade wer mit selbst hergestellten Waren Geld verdienen will, sollte auf beide Verkaufskanäle setzen. Diese 7 Tipps sollten Sie beachten:


Flohmarkt

1. Warum der klassische Flohmarkt nicht out ist

Viele Menschen legen beim Einkaufen noch immer Wert auf das haptische Gefühl: Sie wollen einen Gegenstand vor dem Kauf in die Hände nehmen, von allen Seiten begutachten und überprüfen. Bei Kleidung wird viel Wert darauf gelegt, den Stoff vorher zu fühlen und die Qualität zu prüfen und bei kosmetischen Produkten oder Duftkerzen möchten viele vorher einmal schnuppern. Werden selbstgemachte Lebensmittel angeboten, ist auch der Geschmackstest nicht zu verachten, denn ein Kunde, der an einem Häppchen Brot mit selbsteingekochter Holundermarmelade Gefallen findet, wird schneller zum Portemonnaie greifen um ein Glas zu erwerben. Dieses haptische Erlebnis fehlt im Internet. Für viele Menschen ist der Flohmarktbesuch - vor allem an Sonntagen, wenn die normalen Geschäfte geschlossen sind - auch ein beliebter Zeitvertreib, der mit dem Sonntagsspaziergang und einer Mahlzeit verbunden wird. Und wer Zeit zum Bummeln hat, greift auch gerne spontan zu.
Um beim örtlichen Flohmarkt mitzumachen, braucht es nicht viel: Einen großen Klapptisch, auf dem die Ware ausgelegt wird (z.B. einen Tapeziertisch), eventuell einen Regenschutz und einen bequemen Stuhl. Wer Kleidung verkauft, sollte diese ordentlich an Kleiderbügeln an einem Ständer aufhängen und nicht als großes Knäuel in einem Karton anbieten. Sinnvoll ist es auch, vorab größere Mengen Wechselgeld zu besorgen und einen Satz billige Plastiktüten, in dem die Käufer ihre Waren mitnehmen. Um einen Stand zu bekommen, muss beim jeweiligen Veranstalter eine Standgebühr bezahlt werden. Die jeweiligen Adressen für die eigene Stadt kennt Google. Der große Vorteil für den Verkäufer? -Nur Bahres ist Wahres! Die Käufer zahlen bar auf die Hand und es muss nicht erst Umständlich auf die Transaktion gewartet werden. Flohmarkt: 1:0!

Flohmarkt

2. Verkaufsportale im Internet

Es ist nicht jedermanns Sache, ein- oder zweimal im Monat bei Wind und Wetter den ganzen Tag auf dem Flohmarkt zu verbringen und um Preise zu feilschen. Verkaufsportale im Internet sind dann die bequemere Alternative - wobei es sinnvoll ist, auf beiden Hochzeiten zu tanzen. Gute Verkäufer können beispielsweise auf dem Flohmarkt auch Flyer oder Visitenkarten auslegen, die auf das "umfangreichere Angebot im Internet" verweisen und im eigenen Onlineshop auf Flohmarkttermine verweisen, bei denen die Waren persönlich in Augenschein genommen werden können.
Über allen Dingen schwebt noch immer unangefochten eBay. Das mag so manchem zuwider sein, doch letztendlich werden bei eBay auch die meisten Kunden erreicht. Es gibt nichts, was sich nicht bei eBay verkaufen lässt, sei es über das "normale" Portal oder über die Kleinanzeigen. Anfang 2014 wurde das Gebührensystem bei eBay (wieder einmal) umstrukturiert: So kassiert eBay jetzt 10% Provision bei erfolgreichem Verkauf statt wie bisher 9%, erlaubt dafür aber jeden Monat das kostenlose Einstellen von 20 Produkten unabhängig vom Startpreis. Auch dürfen nun 12 statt wie bisher 1 Bild kostenlos pro Artikel hochgeladen werden. Vor allem Anbieter von teureren Einzelstücken profitieren, die jeden Monat nur 10-15 Produkte anbieten.
Für Kleinanzeigen erhebt eBay seit Mitte 2014 ebenfalls Gebühren: Und zwar werden ab der 51.Anzeige innerhalb von 30 Tagen jeweils 0,95 Euro fällig. Damit soll die steigende Flut der Spamangebote eingedämmt werden, bei denen Anbieter ganze Kategorien mit hunderten Anzeigen blockierten. Normale Verkäufer profitieren also von der Regelung.

Alternativen zu den Kleinanzeigen von eBay

Ebay

Je nach Produkten gibt es eine Fülle von Alternativen für Flohmarkt-Liebhaber: Die beiden größten Kleinanzeigenportale in Deutschland sind markt.de und quoka.de, wo ständig Millionen Inserate zu sehen sind. Dies hat Vor- und Nachteile: Einerseits tummeln sich viele Besucher auf den Seiten, die die eigenen Angebote sehen, andererseits gehen diese auch schnell unter. Kleinere Seiten sind u.a. flohmarkt33.de und zum-flohmarkt.de, die mit "eigenen Flohmarktständen im Internet" werben.
Speziell für Kleidung und Schuhe stehen etliche Flohmarktportale wie kleiderkreisel.de und maedchenflohmarkt.de bereit, auf denen jeder getragene oder ungetragene Kleidung anbieten kann. Allerdings dürfen Verkäuferinnen nicht erwarten, hier viel Geld zu machen - kaum jemand ist bereit für Second Hand-Kleidung mehr als ein paar Euro zu zahlen, vor allem, wenn es sich um typische Massenware aus den Fußgängerzonen von H&M, Primark & Co. handelt. Dies lohnt sich eigentlich nur bei hochwertiger Kleidung, die z.B. nicht mehr passt oder die zu einem bestimmten Anlass gekauft wurde.

3. Ankaufportale statt Flohmarkt

Wer einfach nur alte Dinge loswerden will, kann auch Ankaufportale nutzen. Diese haben sich in den letzten Jahren stark vermehrt und nehmen u.a. Handy, jede Art von Elektronikgeräten, Bücher, DVDs und CDs - all das, was kaum noch jemand braucht, weil alles digitalisiert wurde. Viel Geld lässt sich hier zwar auch nicht machen, aber es ist noch immer sinnvoller, als hunderte CDs und Bücher in Kartons und alte Handys in der Schublade versauern zu lassen. Bekannte Ankaufportale sind z.B. rebuy.de, momox.de und wirkaufens.de. Das Portal werzahltmehr.de bietet einen übersichtlichen Vergleich, welches Ankaufportal wie viel für die eigenen Gegenstände zahlen will. Wenn alle Produkte der Beschreibung entsprechen, die Sie bei der Registrierung angegeben haben, dann erfolgt die Auszahlung meist schon innerhalb weniger Tage! Einfacher geht es kaum.

4. DaWanda, Etsy und Co.

Selbstgebasteltes

Fleißige Bastler und Handwerker können zwischen DaWanda und Etsy wählen, um selbstgemachte Dinge oder Antiquitäten zu verkaufen. DaWanda entstand in Deutschland und ist so auf den deutschen Markt ausgerichtet, während Etsy aus den USA kommt. Dies bietet vor allem ambitionierten Verkäufern den Vorteil, dass sie über Etsy nicht nur den deutschsprachigen Raum erreichen können, sondern theoretisch die ganze Welt. Ansonsten nehmen sich beide Portale nicht viel und die meisten Händler sind ohnehin auf beiden Portalen aktiv. Voraussetzung ist jeweils, dass die Produkte von Hand gefertigt wurden oder dass es sich um echte "Antiquitäten" handelt. Die vom Oma geerbte 20 Jahre alte Teekanne ist also okay, die hässliche Vase, die man letztes Jahr Weihnachten von einer Tante bekommen hat, dagegen nicht.
Neben den beiden Marktführern gibt es weitere kleinere Portale, die derzeit noch weniger Zuluaf haben, die sich aber gerade deswegen auch lohnen: Hier gehen die eigenen Dinge nicht so schnell unter wie im riesigen Angebot der großen. Empfehlenswert sind zum Beispiel vondir.de und zazzle.de, wo nicht nur Selbstgebasteltes angeboten wird, sondern eine bunte Mischung.

5. Der eigene Shop im Internet

Für die ersten Gehversuche - um zu testen, ob die eigenen Produkte ankommen und gekauft werden - genügt es sicher, erst einmal in einem von beiden Portalen aufzutreten. Steigt die Nachfrage, lohnt sich nicht nur die Expansion ins andere Portal, sondern auch die Investition in einen eigenen Webshop. Dort ist dann mehr Platz für die eigenen Produkte und mit etwas Glück gibt es treue Kundinnen, die dann regelmäßig im Webshop bestellen und erst gar nicht mehr durch Konkurrenten bei DaWanda oder Etsy verführt werden können. Ein eigener Webshop bietet außerdem eine Fülle von Marketingpotenzialen und mehr Gestaltungsfreiheit.
Einen eigenen Shop einzurichten ist heute weder schwer noch teuer. Viele Hoster wie 1&1 oder Strato bieten komplette Webshop-Pakete. Spielend leicht ist auch die Einrichtung eines Onlineshops bei SEOshop.de, dem niederländischen Marktführer, der mittlerweile auch in Deutschland vertreten ist. Wichtig ist bei der Wahl vor allem, dass der eigene Onlineshop mit den großen Portalen wie eBay und Amazon verknüpft werden kann und bei Preisvergleichsseiten gefunden wird.
Weiterhin sollte der eigene Shop mit den großen Social Media-Kanälen wie Facebook, Twitter und Instagram verbunden sein und idealerweise auch einen eigenen Blog haben um neue Produkte zu bewerben und in den Suchmaschinen leichter gefunden zu werden.

6. Shpock & Co: Flohmarkt per App

Handy

Digitaltechnisch gesehen sind DaWanda und Etsy schon Dinosaurier. Die neuesten Hits sind mobile Apps wie Stuffle und Shpock. Letztere hat übrigens nichts mit spitzohrigen Vulkaniern zu tun sondern steht für "Shop in your Pocket". Das Prinzip ist so einfach wie genial: Wer etwas verkaufen will, schießt einfach mit dem Smartphone ein Bild, fügt eine kurze Beschreibung und einen Preis hinzu und bietet es im jeweiligen Portal an. Sucht jemand auf Shpock oder Stuffle zum Beispiel nach "gebrauchten Schlittschuhen" oder "pinkfarbenen Wollsocken", erhält er sämtliche Angebote im Umkreis von einigen Kilometern angezeigt. Mit dem Anbieter kann über den Preis verhandelt werden und bei Einigung wird das gute Stück einfach abgeholt. Zumindest aktuell sind die Apps außerdem noch kostenlos - wie lange noch, ist eine andere Frage.

schreibt regelmäßig für UmfragenVergleich.