Nebenjobs im Herbst: Pilze sammeln und verkaufen

Sammeln Sie leidenschaftlich gerne Pilze und überlegen, damit Geld zu verdienen? Bevor Sie Pilze verkaufen, sollten Sie sich ausgiebig über geltende Gesetze und Regelungen informieren. Denn als Pilzsammler dürfen Sie nur eine bestimmte Menge an Pilzen sammeln – und auch beim Verkauf müssen geltende Vorschriften eingehalten werden. Hier finden Sie einen Überblick über die Richtlinien und über Ihre Möglichkeiten, als Pilzsammler Geld zu verdienen.

Wer darf Pilze sammeln?

Pilze sammeln darf grundsätzlich jeder, der dazu Lust hat und der in einer Region lebt, in der Pilze wachsen. Pilze wie Pfifferlinge und Steinpilze wachsen in Wäldern und lieben feuchtes Klima. Feuchte Sommer sind daher die ideale Voraussetzung für eine reiche Ernte. Doch auch, wenn es viele Pilze im Wald gibt und kiloweise Körbe gefüllt werden könnten, dürfen Pilzsammler nicht unbegrenzt viele Pilze sammeln. Außerdem müssen natürlich Eigentumsrechte beachtet werden. Auf Privatgelände ist das Sammeln von Pilzen verboten, wenn keine entsprechende Genehmigung des Grundbesitzers vorliegt. Für Waldgebiete kann eine Genehmigung bei Naturschutzbehörden oder beim Waldbesitzer eingeholt werden.

Pilze verkaufen

Welche Voraussetzungen muss ein Pilzsammler erfüllen?

Grundvoraussetzung für das sichere Sammeln von Pilzen ist natürlich eine ausreichende Kenntnis über unterschiedliche Pilzarten. Es gibt neben essbaren Pilzen auch zahlreiche Sorten, die nicht zum Verzehr geeignet sind. Manche davon sind lediglich aufgrund ihres unangenehmen Geschmacks ungenießbar, anderen hingegen sind sogar stark giftig und gesundheitsgefährdend. Gefährlich wird dies insbesondere bei Arten, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen, wie zum Beispiel der Steinpilz und der giftige Hexenröhrling, dessen Verzehr zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Als Pilzsammler sollten Sie sich daher ausreichend über die in Ihrer Region wachsenden Pilze informieren und zwischen den verschiedenen Sorten problemlos unterscheiden können.

Wie viele Pilze dürfen gesammelt werden?

Für Privatpersonen gibt es in Deutschland keine Gewichtsgrenze – in Österreich hingegen schon. Dennoch gibt es auch in Deutschland Einschränkungen, beispielsweise auf Grundlage des Bundesartenschutzgesetzes. Dieses sieht vor, dass Privatpersonen geschützte Pilze nur für den eigenen Bedarf sammeln dürfen. Dies entspricht etwa der Menge an Pilzen, die man zur Zubereitung von ein bis zwei Gerichten benötigt. Zu den geschützten Arten zählen unter anderem Pfifferlinge, Steinpilze, Morcheln und Rotkappen. Besonders seltene Arten wie zum Beispiel Trüffel dürfen von Privatpersonen jedoch gar nicht gesammelt werden.

Beachten Sie, dass sich die Richtlinien fürs Sammeln von Pilzen von Region zu Region unterscheiden. In manchen Bundesländern gibt es auch Gewichtsgrenzen, sodass beispielsweise in Hessen etwa ein Kilo Pilze pro Tag gesammelt werden darf. Werden die geltenden Bestimmungen zur erlaubten Menge nicht eingehalten, müssen Sie mit Bußgeldern von bis zu 5000 Euro rechnen.

Pilze sammeln

Wie viel sind Pilze wert?

Pilze sind ziemlich teuer, wobei der Preis stark davon abhängt, wie selten die Pilzsorte ist. Theoretisch können Sie als Pilzesammler viel Geld verdienen. Ein Kilo Steinpilze kostet meistens um die 50 Euro, seltenere Pilzsorten kosten etwa 80 Euro pro Kilo. Der teuerste Pilz ist der Trüffel, der in Deutschland jedoch sehr selten zu finden ist. Bei diesem unterirdisch wachsenden Pilz kostet ein Kilo mehrere tausend Euro. Für einen einzelnen Trüffel mit 20-25 Gramm zahlt man meistens zwischen 40 und 70 Euro.

Wer darf Pilze verkaufen?

Als Privatperson dürfen Sie zwar Pilze sammeln, aber nur für den eigenen Bedarf. Dies bedeutet, dass ein gewerbliches Sammeln nicht erlaubt ist, sofern Sie keine Genehmigung dafür haben. Um Pilze verkaufen zu können, ist eine Sammelgenehmigung erforderlich, die Sie bei Naturschutzbehörden beantragen können. Ohne Genehmigung ist das gewerbliche Sammeln grundsätzlich verboten und kann mit Bußgeldern bestraft werden. Selbiges gilt auch für den Verkauf von Nüssen und Beeren.

Mit Pilzen Geld verdienen

Warum dürfen Pilze nicht gewerblich gesammelt und verkauft werden?

Bei dem Verbot bzw. der Einschränkung des gewerblichen Pilzesammelns handelt es sich um eine Maßnahme des deutschen Staates, um den Artenschutz sicherzustellen. Viele Pilze gelten als sehr selten und durch das gewerbliche Sammeln von Pilzen besteht die Gefahr, dass die Wälder zu stark ausgebeutet werden. Doch nicht nur Pilze, die auf der roten Liste bedrohter Arten stehen, werden durch die Sammler gefährdet. Auch im Wald lebende Tier werden durch gewerbliches Sammeln von Pilzen gestört und gefährdet. Hinzu kommt, dass nicht jeder selbsternannte Pilzsammler sich ausreichend mit Pilzen auskennt. Durch ein Verbot des kommerziellen Verkaufs selbst gesammelter Pilze kann somit verhindert werden, dass giftige Pilze auf den Markt gebracht und beispielsweise in Restaurants serviert werden.

Fazit: Der Gedanke, als Pilzsammler Geld zu verdienen, ist verlockend. Pilze sind teuer und mit dem Verkauf von gesammelten Pilzen könnten Sie einige Euro verdienen. Aufgrund der Gesetze zum Artenschutz ist der gewerbliche Verkauf von Pilzen jedoch nicht gestattet. Bei einem Verstoß drohen Ihnen hohe Bußgeldstrafen. Daher sollten Sie sich unbedingt an die geltenden Bestimmungen fürs Sammeln von Pilzen halten und das Sammeln lieber nur als Hobby betreiben bzw. sich um eine Sammelgenehmigung bemühen.

schreibt regelmäßig für UmfragenVergleich.