Sparen auf dem Oktoberfest

Nur noch wenige Tage und dann heißt es in München endlich wieder „O´zapft is´!“. Vom 21. September bis 06. Oktober 2013 ist es soweit – rund 7 Millionen Besucher aus aller Welt strömen auf die Münchener Theresienwiese. Und während in der bayrischen Landeshauptstadt die Vorbereitungen für die 180. Wiesn auf Hochtouren laufen, sind zahlreiche (potentielle) Besucher mit einer ganz anderen Frage beschäftigt: Wie schaffe ich es, dass nicht das gesamte Monatsgehalt für einen Besuch auf dem größten Volksfest der Welt drauf geht?

Sparen auf dem Oktoberfest

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Anreise

Für die meisten Besucher fängt es bereits mit der Anreise an. Wie kommt man günstig nach München? Und das zur Hochsaison unter den Hochsaisons?

Die günstigen Varianten – nicht nur zur Wiesn-Zeit – sind die Mitfahrzentrale, die Bahn und Busreisen. Je nachdem, aus welchem Eck des Landes du kommst, zahlst du zwischen 5 Euro (Augsburg – München) und etwa 50 Euro aus dem hohen Norden für eine Mitfahrgelegenheit beim gleichnamigen Anbieter. Die Bahn hat aktuell Angebote für (ab) 69 Euro aus Flensburg, mit meinfernbus.de reist du von Hamburg aus für 28 Euro pro Person nach München.
Noch günstiger geht’s nur per Trampen!

Tipp: Wenn du es in München angekommen bist, meide unbedingt die Theresienwiese samt Umkreis von mindestens 3 Kilometern mit dem Auto. Parkplätze sind keine vorhanden, Passanten laufen achtlos über die Straße und die Polizei kontrolliert fleißig. Jährlich kassiert die bayrische Polizei durchschnittlich mehr als 500 Führerscheine. Und das alleine innerhalb der 16 Oktoberfest-Tage. Günstig ist anders.

Aufenthalt

Schlafen ist während der Wiesn ein ganz spezielles Thema. Hoteliers verlangen für ihre Zimmer gut und gerne das Dreifache des durchschnittlichen Preises, ausgebucht sind sie dennoch alle. Wenn du nicht gewillt bist, 150 Euro und mehr pro Nacht zu bezahlen, bieten insbesondere für junge Besucher Jugendherbergen eine Alternative. Im Mehrbettzimmer zahlen Gäste etwa in der Jugendherberge München City bis 26 Jahre 27,90 Euro pro Nacht, ab 27 Jahre 31,90 Euro – jeweils im Mehrbettzimmer – wenn denn noch etwas frei ist.

Stellplätze für Wohnmobile waren bis vor ein paar Jahren noch eine günstige Alternative, nun dürfen Wohnmobile nicht einmal mehr in die Nähe der Wiesn kommen. Ehemalige Parkplätze sind geschlossen. Möchtest du auf deinen fahrbaren Schlafplatz dennoch nicht verzichten, kannst du diesen etwas weiter entfernt aufstellen, etwa am Englischen Garten (Osterwaldstraße) oder am Westpark in der Westendstraße.

Eine Alternative ist die private Unterkunft. Wenn du in München und Umgebung niemanden kennst, bei dem du übernachten kannst, besteht die Möglichkeit, sich privat einzubuchen. Couchsurfing nennt man das. Auf Couchsurfing.org musst du dich zwar erst registrieren (kostenfrei), doch dann hast du Zugriff auf zahlreiche Angebote. Ohne Registrierung geht es bei wimdu.de. Je nach Lage der Wohnung zahlst du aber auch hier einen Betrag von durchschnittlich 100 Euro und mehr. Pro Nacht.

Ungewöhnlicher, aber definitiv kostenfrei geht es, wenn du Single bist und dir einen „Gspusi“ oder „a fesch´s Madl“ anlachst, bei dem du nächtigen darfst.

Essen

Mehr als eine halbe Million Brathendl, rund 120 000 Paar Schweinswürschtel, rund 7 000 Schweinshaxn und mehr als 100 komplette Ochsen werden pro Jahr auf dem Oktoberfest verputzt. Weitere, vorwiegend bayrische, Spezialitäten noch gar nicht mitgerechnet. Doch das Essen auf dem Oktoberfest kann die Urlaubskasse ganz schnell ganz immens minimieren.

Im Löwenbräu-Festzelt etwa zahlst du für ein halbes Hähnchen (Hendl) 10,30 Euro, in der Ochsenbraterei berappen Hungrige für den Klassiker (ein Stück Ochse mit Rotweinsauce und Kartoffelsalat) 15,40 Euro und für ein halbes Hendl 9,90 Euro. Im Schützenzelt kostet eine Currywurst mit Semmel (Brötchen) 7,10 Euro, ein Hirschbraten mit Pilzen, Spätzle und Orangen-Preiselbeeren 19,60 Euro.

Günstiger davon kommst du, wenn du Mittagsangebote nutzt. Einige Zelte bieten spezielle Gerichte oder eine gesonderte Karte mit reduzierten Preisen an. Alternativ stehen dir auf dem Festgelände zahlreiche Fressbuden zur Verfügung. Eine Fischsemmel etwa bekommst du für 4 Euro, eine Bratwurstsemmel je nach Variante für ebenfalls ab 4 Euro.

Trinken

Mehr als 7 Millionen Bier werden jedes Jahr in den 16 Wiesn-Tagen konsumiert. Ausgeschenkt wird wochentags – in Bayern sagt man „unter der Woche“ – von 10 bis 22:30 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bereits ab 9 Uhr. Geschlossen werden die 14 großen ebenso wie alle anderen Zelte um 23:30 Uhr. Ausnahmen sind das Weinzelt und die Käfers Schänke. Berappt werden müssen heuer 9,60 (Augustiner-Festhalle) bis 9,85 Euro (Armbrustschützenzelt, Löwenbräu-Festzelt, Schottenhammel) pro Maß (sprich: Mass, nicht Maas). Ein teurer Spaß.

Noch preisintensiver wird es, wenn du ein Weißbier bestellst. Das wird zwar als „Hoibe“, also im 0,5 Liter Glas, serviert, kostet auf den Liter hochgerechnet aber dennoch 11 (Hippodrom) bis 14,20 Euro (Käfer´s Wiesn-Schänke).

Günstiger wird es nur, wenn du kein Bier trinkst. Eine Maß Wasser kostet zwischen 6 (Hippodrom) und 9,40 Euro (Zur Bratwurst), Spezi* 7,30 (Haxnbraterei) bis 9,80 Euro (Käfers Wiesn-Schänke) und Limo zwischen 6,60 (Heimer Hühner & Entenbraterei) und 9,50 Euro (Zum Stiftl).

Attraktionen

Neben all den Schmankerln möchtest du auf der Wiesn sicher auch die Attraktionen nutzen. Vor allem das Riesenrad ist sehr beliebt, genießt man doch einen traumhaften Blick über die Theresienwiese, die bayrische Hauptstadt und das Umland. Doch – wie auch alles andere – sind auch die Fahrgeschäfte preisintensiv. Ein Spartipp ist, nicht nur ein Ticket zu kaufen, sondern gleich mehrere. Nahezu alle Attraktionen bieten 3 oder 5 Fahrchips zu einem vergünstigten Preis gegenüber dem Einzelkauf an. Reist du in einer Gruppe, lohnt sich der Gruppeneinkauf allemal.
Eine weitere Möglichkeit zu Sparen ist der Familientag. Jeden Dienstag bieten viele Fahrgeschäfte und Schausteller bis zum späten Nachmittag (17, spätestens aber 18 Uhr) vergünstigte Preise an.

Spaß mit Kindern

Das Oktoberfest bietet zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten für und mit Kindern: Karussells wie das Riesenrad, Kettenkarussell oder Auto-Scooter, aber auch tolle Schausteller, bei denen ihr Lose ziehen, eure Kräfte messen oder Dosen umwerfen könnt. Die Preise sind auch bei den Schaustellern mitunter happig, auch hier gilt: der Familientag schont die Urlaubskasse!

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*Spezi beschreibt in Bayern allgemein ein Cola-Mix-Getränk und nicht zwangsweise den warenzeichenrechtlich geschützten Begriff des Spezi-Markengetränkeverbands Deutschland e.V.


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