Miete: Augen auf bei versteckten Nebenkosten!

In vielen Städten sind die Mietpreise in den letzten Jahren stark gestiegen, sodass die Wohnungssuche immer schwieriger wird. Doch auch, wenn Sie eine günstige Wohnung finden, sollten Sie ganz genau hinschauen, da häufig noch weitere Kosten auf Sie zukommen. Wir nennen Ihnen die wichtigsten Punkte, auf die Sie achten sollten, um nicht durch versteckte Nebenkosten eine böse Überraschung zu erleben.

Wohnung

Das erste, worauf Sie bei der Wohnungssuche achten sollten, ist natürlich, wie hoch die Gesamtmiete ist. Diese setzt sich aus der Kaltmiete und den Nebenkosten zusammen. Die in der Wohnungsanzeige bzw. im Mietvertrag aufgeführten Nebenkosten setzen sich aus den Betriebskosten zusammen. Betriebskosten sind Kosten, die beim Eigentümer einer Immobilie anfallen und die auf die Mieter umgelegt werden. Dazu zählen vor allem Kosten für die Heizung und für die Wasserversorgung, aber auch für Aufzüge, Müllentsorgung, Straßen- und Gebäudereinigung, Gartenpflege und ähnliches. Die Nebenkosten werden in der Regel als Pauschale vorausgezahlt und erst im Folgejahr wird berechnet, ob die Vorauszahlung gestimmt hat oder ob noch Restbeträge nachgezahlt oder erstattet werden müssen. Um nicht von einer unerwarteten Nachzahlung überrascht zu werden, sollten Sie sich bereits vor Ihrem Einzug genau über die anfallenden Kosten informieren. Folgende Fragen sollten Sie bei der Wohnungssuche im Hinterkopf haben.

1. Wie hoch sind die Heizkosten?

Bezüglich der Heizkosten sollten Sie zunächst nachfragen, ob diese in den Nebenkosten bereits enthalten sind. Außerdem ist es ratsam zu fragen, wie das Haus beheizt wird (zum Beispiel mit Heizöl oder Erdgas), da durch unterschiedliche Heizungen auch unterschiedlich hohe Kosten entstehen können. Steigt beispielsweise der Ölpreis an, so ist mit höheren Heizkosten bei einer Ölheizung zu rechnen. Wenn Ihnen der Vermieter oder der Makler über die konkreten Heizkosten keine Auskunft geben kann, fragen Sie (wenn möglich) den Vormieter. Dieser kann Ihnen sicherlich sagen, wie hoch die letzte Abrechnung war.

2. Ist das Haus gedämmt?

Im Hinblick auf die Heizkosten ist auch die Frage nach der Dämmung des Hauses relevant. Sie können sich bei dem Eigentümer der Wohnung nach dem Energieausweis erkundigen, um zu erfahren, wie effizient die Dämmung des Hauses ist. Gerade bei nicht renovierten Altbauten ist dies ratsam, da die Heizkosten bei schlecht isolierten Gebäuden deutlich höher sind. Generell muss zudem in innenliegenden Wohnungen weniger geheizt werden. Handelt es sich um eine Wohnung im Erdgeschoss oder an der Außenseite eines Gebäudes sind die Heizkosten meist höher als in Wohnungen mit direkten Nachbarn über bzw. unter und neben der Wohnung.

3. Welche Stromanbieter stehen zur Auswahl?

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Stromkosten sind in der Regel nicht in den Betriebskosten enthalten, sondern werden vom Mieter getragen. Dies bedeutet ganz konkret, dass Sie sich selbst bei einem Stromversorger anmelden müssen. Auf Vergleichsportalen im Internet können Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Anbieter und deren Preise verschaffen. Indem Sie mehrere verfügbare Anbieter vergleichen können Sie möglicherweise Kosten sparen, da der Grundversorger nicht zwangsläufig den günstigsten Strom anbietet. Strom wird meistens pauschal vorausgezahlt. Zur Berechnung der Vorauszahlung können Sie ebenfalls auf Internetseiten zurückgreifen, die Ihren Stromverbrauch anhand der von Ihnen verwendeten Elektrogeräte berechnen. Denken Sie dabei auch an HiFi-Anlagen, Waschmaschinen oder Lüftungsanlagen.

4. Was sind „sonstige Kosten“?

Zum Teil findet sich in Mietverträgen der Posten „sonstige Kosten“. Fragen Sie unbedingt nach, welche Kosten dazu zählen. Es kann sich dabei um die üblichen Kosten handeln, beispielsweise für die Müllabfuhr oder die Hausreinigung. Je nachdem, was alles zu dem Haus gehört, kann es sich jedoch auch um zusätzliche Kosten handeln, zum Beispiel für die Pflege einer größeren Gartenanlage, regelmäßige Ungezieferbeseitigung oder sogar die Instandhaltung von einem hausinternen Schwimmbad oder einer Sauna.

5. Ist eine Küche im Mietpreis enthalten?

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Ein wichtiger Aspekt bei der Wohnungssuche ist häufig die Frage nach der Küche. Makler sind häufig geschickt daran, eine fehlende Einbauküche schön zu reden, beispielsweise indem betont wird, dass Sie die Küche nach Ihrem eigenen Geschmack auswählen können. Bedenken Sie dabei jedoch, dass eine Küche je nach Ausstattung einen sehr hohen Kostenfaktor darstellt. Es ist auch möglich, dass der Vermieter die Kosten einer neuen Küche übernimmt, die Mietkosten dann jedoch entsprechend erhöht werden. Wenn in der Wohnung bereits eine Einbauküche vorhanden ist, fragen Sie nach, ob diese im Mietpreis enthalten ist oder ob beispielsweise eine Ablöse vom Vormieter erforderlich ist. In letzterem Fall lohnt es sich häufig, zu handeln, um die Küche möglichst günstig übernehmen zu können.

6. Wie hoch sind die Kosten für TV und Internet?

Um einen Telefon- und Internetanbieter müssen Sie sich als Mieter meistens selbst kümmern. Nur in seltenen Fällen besteht bereits ein Vertrag mit einem Internetanbieter, der von allen Mietern genutzt werden kann. Beim Kabelfernsehen hingegen ist dies häufiger der Fall. Fragen Sie daher nach, ob bereits Kabelfernsehen vorhanden ist und wie hoch die Kosten sind. Wenn Sie selbst Kabelfernsehen anmelden müssen, erkundigen Sie sich nach dem Anbieter. Häufig steht nur ein Anbieter für ein Haus zur Verfügung, sodass gegebenenfalls höhere Kosten anfallen als bei Ihrem bisherigen Anbieter. Beim Internet haben Sie freie Wahl, sind jedoch an die vorhandenen Leitungen gebunden. Wenn Sie zum Beispiel aus beruflichen Gründen auf schnelles Internet in der Wohnung angewiesen sind, klären Sie dies unbedingt vorher ab.

7. Gibt es PKW Stellplätze?

Wenn Sie ein Auto haben, sollten Sie sich nach den Parkmöglichkeiten erkundigen. Gibt es zum Beispiel eine Tiefgarage oder hauseigene Stellplätze? Wenn ja, sind die Kosten bereits in den Nebenkosten enthalten oder muss ein Stellplatz zusätzlich angemietet werden? Gibt es keine Garage oder Parkplätze, schauen Sie sich die Parkmöglichkeiten in der näheren Umgebung genau an. Gerade in der Innenstadt ist das Parken meistens kostenpflichtig, da zum Beispiel ein Anwohnerparkausweis benötigt wird.
Mit den genannten Fragen können Sie verhindern, nach Ihrem Einzug von versteckten Kosten überrascht zu werden. In Einzelfällen können natürlich auch weitere Kostenfallen auftreten. Lesen Sie den Mietvertrag daher genau durch und fragen Sie im Zweifelsfall bei der Verwaltung bzw. bei Ihrem Vermieter oder Vormieter nach. So stellen Sie sicher, nicht in die Kostenfalle zu geraten, und können sorgenfrei in Ihrer Mietwohnung leben.

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