Nebenjob in Heimarbeit: So vermeiden Sie Ärger

Für viele scheint ein Hinzuverdienst mit Heimarbeit verlockend: Kein lästiges Pendeln zum Arbeitsplatz, keine ständige Überwachung durch den Chef und oft genug auch noch freie Zeiteinteilung, so dass Arbeit und Kinderbetreuung oder Studium gut miteinander kombiniert werden können. Allerdings kann es rund um die Heimarbeit auch schnell Ärger geben. Wie Sie die schlimmsten Stolperfallen erkennen und Ärger bei der Heimarbeit vermeiden, lesen Sie hier.

Zuverdienstgrenzen beachten

Zuverdienstgrenze

Der größte Ärger bei der Heimarbeit ist die Feststellung, dass bereits verdientes Geld nicht behalten werden darf. Dies gilt zum Beispiel für Empfänger von Hartz IV-Transferleistungen und von Arbeitslosengeld I, aber auch für Studenten, die Bafög erhalten oder junge Mütter, die Elterngeld beziehen. Kurzum: Wann immer es Geld vom Staat gibt, darf nur eingeschränkt zusätzlich Geld verdient werden, denn sonst werden die Einnahmen mit den staatlichen Leistungen verrechnet.

Hartz IV-Empfänger dürfen beispielsweise bis zu 100 Euro im Monat zusätzlich verdienen, ohne, dass die Leistungen gekürzt werden. Beim Arbeitslosengeld I liegt die Grenze bei 160 Monat. Beim BAföG, den finanziellen Hilfeleistungen für Studenten, sind die Grenzen dagegen schon weit großzügiger gestaltet: Im gesamten Bewilligungszeitraum für das BAföG (also meist 12 Monate im Jahr) dürfen 4.880 Euro brutto verdient werden, d.h. 406,66 Euro pro Monat.

Junge Mütter (oder Väter!) die Elterngeld beziehen, dürfen eine Wochenarbeitszeit von 30 Stunden nicht überschreiten. Eine Freigrenze gibt es hier nicht. Anders gesagt: Sämtliche Einkünfte aus der Heimarbeit werden mit dem Elterngeld verrechnet - es wird schließlich dafür gezahlt, dass sich Mama oder Papa ausgiebig dem Nachwuchs widmet und nicht dem Geld verdienen.

Heimarbeit als Zweitjob: Manchmal muss der Chef Bescheid wissen

Nebenverdienst

Manche Arbeitsverträge verbieten die Aufnahme einer Nebentätigkeit ganz, andere setzen dafür die Genehmigung des Chefs voraus. Dies ist zum Beispiel wichtig, wenn jemand, der tagsüber von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr eine Vollzeitstelle hat, abends ab 19.00 Uhr in einer Kneipe jobben will. Hier könnte es Ärger geben, wenn der Chef ein spätes Meeting oder ein Abendessen mit Geschäftspartnern ansetzt und der Angestellte dann weg muss um den Nebenjob anzutreten. Der Chef wäre hier also völlig im Recht, solche Nebenjobs zu verbieten, unter denen die Haupttätigkeit leidet. Das gleiche gilt z.B. bei einem Zweitjob in einer Bar oder als Filmvorführer, bei denen der Nebenjob erst um 2.00 Uhr nachts beendet ist, wenn der Arbeitnehmer morgens um 8.00 Uhr frisch im Büro sein soll.
Vorsicht ist auch angebracht, wenn ein Nebenjob in Heimarbeit erledigt wird, von dem die Konkurrenz profitiert. Wer zum Beispiel im Marketing einer Maschinenbaufirma arbeitet und abends noch für eine andere Maschinenbaufirma die Website betreut, kann sich schnell Ärger mit dem Chef einhandeln, weil er quasi der Konkurrenz hilft (und möglicherweise auch noch Firmeninterna dabei weitergibt). Wenn ein Arbeitnehmer einen Zweitjob annehmen will, ist es also generell eine gute Idee, mit offenen Karten zu spielen und den Chef um Erlaubnis zu bitten.

Diese Heimarbeit kann ohne Ärger mit dem Chef erledigt werden

Nebenverdienst

Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Wer beispielsweise mit einem Hobby wie Stricken oder Basteln in Heimarbeit etwas dazu verdienen will, steht nicht unter Zeitdruck und strickt eben nur in der Freizeit. Wobei auch hier Vorsicht geboten ist, wenn Ärger bei der Heimarbeit vermieden werden soll: Wer zum Beispiel einen Großauftrag mit enger Deadline annimmt und z.B. zusagt, 20 selbstgestrickte Mützen innerhalb einer Woche zu liefern, kann dann nicht einfach vom normalen Job krank feiern um den Auftrag zu erfüllen. Kommt die Sache heraus, ist gigantische Ärger vorprogrammiert.
Letztendlich gilt: Jede Heimarbeit, die freie Zeiteinteilung erlaubt, so dass der normale Job stets zuverlässig und pünktlich erledigt wird, kann auch so nebenbei erledigt werden. Wer ein gutes Verhältnis zum Chef hat, kann ihm natürlich trotzdem erzählen, dass die eigenen Strickmützen jetzt bei Dawanda zum Verkauf stehen - vielleicht greift er ja zu!

Ärger bei der Heimarbeit mit Abzockern

Nicht nur vom Staat oder Chef droht jedoch Ärger bei der Heimarbeit. Eine weitere Gefahrenquelle sind unseriöse Auftraggeber und von diesen tummeln sich leider sehr viele im Gebiet der Heimarbeit. Um Ärger von vornerein zu vermeiden, sollten Stellenangebote mit etwas Skepsis betrachtet werden. Sobald ein Angebot zu gut klingt um wahr zu sein, ist es das meist auch. Alle Stellenangebote mit lauthalsen Versprechen wie "In Heimarbeit jeden Monat 2000€ verdienen!" können direkt getrost ignoriert werden. Hier handelt es sich um klassische Bauernfängerei.

Verdienste von 500-600€ können dagegen realistisch sein. Ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt, erkennen Sie vor allem am transparenten Auftreten. Dazu gehört eine Website mit echten Informationen und einem Impressum oder eine Stellenanzeige mit postalischer Anschrift und Festnetznummer. Chiffre sollten Sie ganz ignorieren. Steht in der Anzeige nur "Firma K. Neureich" und dann eine Mobiltelefonnummer, suchen Sie die Firma Neureich im Internet.

Google ist Ihr Freund

Überhaupt lohnt es sich grundsätzlich, potenzielle Anbieter von Heimarbeit zu googlen. Schon so mancher hat großen Ärger vermieden, weil er rechtzeitig Firmennamen im Internet gesucht hat und dabei auf Forendiskussionen u.ä. gestoßen ist, bei denen genau diese Firma wegen Abzockerei am Pranger steht.
Zuletzt sollten Sie niemals kostenpflichtige Hotlines anrufen oder Vorkasse leisten, egal ob es sich um angebliche Lehrmaterialien handelt, Bausatzteile (zum Beispiel für das berühmte Zusammenschrauben von Kugelschreibern) oder um eine "Schutzgebühr" zum Vermitteln der Heimarbeit.

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schreibt regelmäßig für UmfragenVergleich.