Heimarbeit als Medikamententester: Das sollten Sie beachten

Würden Sie auch gern etwas mehr dazu verdienen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Vielleicht wäre ein Nebenjob als Medikamententester das Richtige für Sie – Probanden werden gut vergütet und leisten mit Ihrem Einsatz außerdem einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Forschung. Aber ist das nicht gefährlich? – Diese Dinge sollten Sie beachten:

Warum werden Medikamententester überhaupt gebraucht?

Heute gibt es natürlich bereits bewährte Medikamente gegen alle möglichen Krankheiten, allerdings ist es trotzdem noch besonders wichtig, dass sich die moderne Medizin ständig weiterentwickelt und sich den zukünftigen Herausforderungen immer neuer Krankheitsbilder stellt. Forscher an den Universitätskliniken und Pharmakonzerne investieren daher Jahr für Jahre Millionen in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente. Bevor neue Präparate in Deutschland zugelassen werden können, muss der Arzneimittelprüfstelle allerdings bewiesen werden, dass sich das Medikament in umfassenden Tests als unbedenklich erwiesen hat. Darum ist es wichtig, dass große Gruppen an Medikamententestern mit unterschiedlichen Gesundheitszuständen neue Medikamente unter strenger ärztlicher Aufsicht testen. Medikamente
Auch die Arzneimittelstudien selbst unterliegen in Deutschland besonders strengen Vorschriften, um Medikamententester und deren Gesundheit zu schützen. Bevor eine Arzneimittelstudie durchgeführt werden kann, wird das Vorhaben in einem mehrstufigen Verfahren genehmigt. Geregelt werden die einzelnen Schritte im Arzneimittelgesetz, der GCP-Verordnung und dem Medizinproduktegesetz. Je nach Art des zu testenden Medikamentes muss ein Antrag bim Bundesinstitut für Medizinprodukte (BfArM) oder dem Paul-Erich-Institut gestellt werden. Dies kann allerdings erst geschehen, wenn das Medikament bereits erfolgreich an Tieren getestet worden ist. Unter medizinischen und rechtlichen Gesichtspunkten geprüft werden dann die Patienteninformationen, der Prüfplan, die Einwilligungserklärung sowie die Versicherungsbestätigung. Zusätzlich muss dann noch eine Ethik-Kommission bestehend aus mehreren Medizinern, einem Juristen und einem medizinischen Laien ihr OK geben, bevor es losgehen kann.
Das langwierige Verfahren zur Zulassung zeigt also, dass Arzneimittelstudien nicht aus Jux und Dollerei durchgeführt werden – sie sind für die Entwicklung der Medizin extrem wichtig und unterliegen zum Schutz der Probanden sehr strengen Auflagen.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Medikamentenstudie?

Wenn Sie sich der Wissenschaft als Medikamententester zur Verfügung stellen, leisten Sie in erster Linie einen sehr wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer Medikamente. Geht es um die Behandlung einer bestehenden Krankheit, dann bietet sich Ihnen so gleichzeitig der Zugang zu neuen, innovativen Behandlungsmethoden, die zu Ihrer eigenen Gesundheit beitragen können. Außerdem werden Sie intensiv und umfassend medizinisch betreut, sind während der Behandlung voll versichert und erhalten in der Regel eine attraktive Vergütung.
Geld verdienen mit Medikamententests Nachteilig ist, dass Sie natürlich ein gewisses Maß an Zeit investieren müssen. Der Aufwand sollte Ihnen in der Regel vor Beginn der Studie ganz genau erläutert werden. Außerdem sind die möglichen Nebenwirkungen bei Medikamentenstudien nicht immer ganz genau vorhersehbar, ein Teil der Testergruppe erhält allerdings auch ein Scheinmedikament. Die Aufklärung über mögliche Risiken sollten Sie natürlich in jedem Fall ernst nehmen.

Die ersten Schritte

Möchten Sie gern selbst Teilnehmer an einer medizinischen Studie werden, dann sollten Sie sich zuerst bei einem oder mehreren seriösen Unternehmen, die Probanden suchen, anmelden. Oftmals dienen diese Organisationen als „Mittler“ zwischen der medizinischen Forschung und den zukünftigen Probanden. Grundsätzlich kann wirklich jeder Medikamententester werden, Sie sollten die Teilnahmebedingungen aber natürlich ganz genau prüfen. Während manchmal kerngesunde Menschen gesucht werden, gibt es zusätzlich auch etliche Studien, bei denen Medikamententester mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Asthma gesucht werden. Meistens sind die Merkmale der gesuchten Teilnehmer wie beispielsweise Alter, Geschlecht und Raucher/Nichtraucher ganz genau definiert. Daher lohnt es sich, im Netz nach unterschiedlichen Anbietern zu suchen, um Ihre Erfolgschancen eine passende Studie zu finden zu steigern. Machen Sie bei der Registrierung am besten ausführliche Angaben zu Ihrer Person, dann fällt es dem Forschungsunternehmen leichter, Sie als potenziellen Probanden zu identifizieren.
Wenn Sie bei Google „Medikamentenstudien“ und Ihren Wohnort eingeben, werden Ihnen sicherlich etliche passende Kontaktdaten angezeigt. Wohnen Sie in einer größeren Stadt, dann lohnt es sicherlich auch direkt im nächsten Universitätsklinikum nachzufragen. In manchen Fällen schlagen Ärzte Ihren Patienten eine Medikamentenstudie auch direkt vor, zum Beispiel wenn es sich um eine Erkrankung handelt, für die gerade erst ein vielversprechendes neues Medikament entwickelt worden ist.

Worauf Sie bei der Suche nach einem passenden Anbieter besonders achten sollten

Auch wenn eine attraktive Bezahlung natürlich verlockend ist, sollte Ihre Gesundheit natürlich immer an erster Stelle stehen. Die Rahmenbedingungen einer Medikamentenstudie sind so genau gesetzlich geregelt, dass sie sich oftmals sehr ähneln. So werden Sie zum Beispiel immer umfassende Patienteninformationen erhalten, einen Ansprechpartner zur Seite gestellt bekommen und eine ausführliche Teilnahmeerklärung ausfüllen müssen. Lesen Sie sich aller Informationen ganz genau durch und scheuen Sie sich auf gar keinen Fall offene Fragen zu stellen, wenn Ihnen etwas unklar ist.
Weiterhin ist es natürlich wichtig, dass Sie sich wirklich wohlfühlen. Eine nette Atmosphäre, freundliche Ansprechpartner und eine offene Kommunikation klingen vielleicht eher sekundär, wenn es um etwas so wichtiges wie Ihre Gesundheit geht, dann sind dies allerdings besonders wichtige Faktoren. Sollten Sie unsicher sein, dann fragen Sie doch nach den Kontakten von bisherigen Teilnehmern, die Ihnen gegebenenfalls Ihre persönlichen Fragen zur Betreuung während der Medikamentenstudien beantworten können.
Vielen Medikamententestern ist es außerdem wichtig zu erfahren, was aus den Ergebnissen der Studie wird. Natürlich sind nicht alle Studien erfolgreich, das sollte man sich klar machen. Dennoch kann es aber sehr motivierend sein, wenn das Unternehmen mit den Teilnehmern in Kontakt bleibt und Sie über den Verlauf der Auswertungen informiert werden können. Ist Ihnen dies wichtig, dann fragen Sie am besten auch hier ganz gezielt nach.

So finden Sie die richtige Medikamentenstudie

Zwar kann grundsätzlich fast Jeder Medikamententester werden, Sie müssen allerdings wirklich einem bestimmten Patientenprofil entsprechen, um an der jeweiligen Studie teilnehmen zu können. Schummeln nützt dabei gar nichts – Sie werden ohnehin ganz genau untersucht und oftmals werden zusätzlich auch noch Informationen von Ihrem Hausarzt eingeholt. Natürlich ist es auch in Ihrem eigenen Interesse nur an geeigneten Studien teilzunehmen, sonst wäre das Risiko für mögliche Nebenwirkungen einfach zu hoch.
Außerdem sollten Sie sich auch überlegen, an welcher Art von Studie Sie gern als Medikamententester überhaupt teilnehmen möchten. In den meisten Fällen finden zuerst experimentelle, nicht vergleichende Studien statt. Sie werden durch den größeren Aufwand und das Risiko möglicher Nebenwirkungen meist besonders gut bezahlt. Im Anschluss daran werden oftmals vergleichende, randomisierte Studien durchgeführt. Hier wird eine Teilnehmergruppe zufällig, also randomisiert geteilt, so dass ein Teil ein Placebo und der andere Teil das eigentliche Medikament erhalten kann. Auf diese Weise wird es möglich genau festzustellen, ob und wie das Medikament im Vergleich zu einem Scheinmedikament wirkt. Überlegen Sie sich außerdem, ob Sie bereit sind an einer stationären Studie, also einem Medikamententest mit Krankenhausaufenthalt, teilzunehmen.

So laufen medizinische Studien ab

Arzneimittel

Natürlich ist jede Medikamentenstudie anders, Sie müssen sich die zur Verfügung gestellten Informationen daher unbedingt ganz genau durchlesen. Grundsätzlich beginnen Studien allerdings mit einem Gesundheitscheck, anschließend wird die Studie selbst durchgeführt und zuletzt kommt es zu einer Abschlussuntersuchung. Entscheidend ist natürlich vor allem der Mittelteil, hier gibt es die größten Unterschiede zwischen den verschiedenen Studien. Die Teilnahmedauer, die notwendigen Untersuchungen, die Einnahme des Medikamentes sowie die möglichen Veränderungen des Lebensstils sind die größten Unterscheidungsmerkmale, von denen Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Studie abhängig machen sollten. Während der gesamten Dauer der Studie steht Ihnen ein Arzt zur Seite, der Ihre Fragen beantworten kann und Ihnen bei der Behandlung hilft.

Ihre Pflichten als Medikamententester

Damit eine Studie erfolgreich durchgeführt werden kann, ist die vereinbarungsgemäße Teilnahme der Medikamententester natürlich sehr wichtig. Ihre Teilnahme ist natürlich absolut freiwillig, Sie können also jederzeit ohne Angabe von Gründen aussteigen, wenn Sie möchten. Um die versprochene Vergütung zu erhalten, ist es allerdings notwendig, dass Sie sich ganz genau an die vereinbarten Untersuchungstermine halten und wahrheitsgemäße Angaben zu Ihren Symptomen und möglichen Nebenwirkungen machen. In manchen Fällen wird darüber hinaus erwartet, dass Sie sich für einen bestimmten Zeitraum zur Beobachtung im Krankenhaus aufhalten oder telefonisch jederzeit erreichbar sind. Planen Sie an einer Studie mit einem größeren Umfang teilzunehmen, dann sollten Sie dementsprechend Ihren Arbeitgeber informieren.

Mit welcher Vergütung kann man rechnen?

Wie viel Ihnen als Medikamententester als Aufwandsentschädigung bezahlt wird, hängt natürlich vor allem von dem zeitlichen Aufwand sowie den möglichen Beschwerden oder Nebenwirkungen ab. Grundsätzlich kann man daher sagen, dass längere, stationäre Studien am höchsten vergütet werden. Darüber hinaus wird manchmal etwas mehr gezahlt, wenn sehr spezifische Probanden gesucht werden, zum Beispiel nicht-gebärfähige Frauen über 40 mit Asthma, die täglich bis zu fünf Zigaretten rauchen. Vorrausetzung für die Auszahlung ist natürlich, dass Sie bis zum Ende an der Studie teilnehmen. In manchen Fällen werden zusätzlich die Kosten für Anfahrten zu Untersuchungen vergütet – lassen Sie sich auch dies am besten genau erklären. Wie gesagt sind die Aufwandsentschädigungen sehr individuell, Sie können aber insgesamt mit etwa 200 bis 5.000 Euro pro Studie rechnen.

Kann man mehrmals an Studien teilnehmen?

Grundsätzlich ist es durchaus möglich öfter als Medikamententester tätig zu werden, insofern dies Ihre Gesundheit nicht gefährden würde. In den meisten Fällen kommt es nach einer Studie zu einer zwei- bis dreimonatigen Sperrzeit, während der Sie als Medikamententester „inaktiv“ sind. Danach können Sie sich wieder für Studien bewerben und somit durchaus an mehreren Studien pro Jahr teilnehmen.
Erfahrungen zeigen, dass die Tätigkeit als Medikamententester vor allem für Menschen, die zeitlich flexibel sind, besonders gut geeignet ist. Wenn Sie also zum Beispiel als Hausfrau, Student oder im Ruhestand etwas dazuverdienen möchten, dann können Medikamentenstudien eventuell genau das Richtige für Sie sein.

schreibt für UmfragenVergleich. Ihr könnt sie über Twitter oder Facebook erreichen.