Ein neues Kapitel im Leben beginnt: So gelingt der Berufseinstieg

Wer nach dem Schulabschluss eine Lehre beginnt, hat es leichter: Fast fließend gelingt der Übergang von der Schule ins Arbeitsleben und da die meisten Azubis noch sehr jung sind, stehen ihnen die Eltern zuhause beratend zur Seite. Anders sieht es dagegen bei den Studenten aus, die erst mit Mitte 20 nach dem Studienabschluss in die Arbeitswelt eintreten, die ihnen bestenfalls durch einige unbezahlte Praktika vertraut ist. Dennoch lassen sich die Hürden im Allgemeinen leicht meistern.

Auf die Vorbereitung kommt es an

Berufseinsteiger

Wenn für den ersten festen Job ein Umzug in eine neue Stadt notwendig ist, sollte mit diesem nicht bis auf den letzten Drücker gewartet werden. Auf den neuen Arbeitgeber wird es keinen guten Eindruck machen, wenn in den ersten Arbeitstagen mehrfach freigenommen werden muss um Amtsgänge zu erledigen oder Handwerker ins Haus zu lassen. Daher sollte der Umzug spätestens drei-vier Wochen vor dem Arbeitsbeginn über die Bühne gehen - so ist genug Zeit, die Behördengänge in der neuen Stadt zu erledigen, sich um Telefon und Internet zu kümmern und die neue Bleibe schön einzurichten.
Eventuell muss auch die eigene Garderobe noch auf Vordermann gebracht werden: Wer zu 90% der Zeit in Jeans und T-Shirt durch die Uni geschlurft ist, benötigt je nach Stelle (vor allem mit direktem Kundenkontakt!) oft erstmal gehobene Berufskleidung. Es muss dabei kein steifer Anzug mit Krawatte sein, aber im bunt bedruckten Schlabber-T-Shirt im Büro erscheinen geht nun auch nicht.

Alle Kosten einplanen

Hotel Mama

Wer schon während des Studiums in einer eigenen Wohnung gelebt hat, weiß sicher besser mit Geld umzugehen als derjenige, der gerade erst das elterliche Nest verlässt oder in einem Studentenwohnheim untergekommen ist. Ist der Umzug in eine neue Bleibe erforderlich, sollte darauf geachtet werden, dass die Miete möglichst nicht mehr als ein Drittel des Gehaltes frisst. Das bedeutet dann eben auch, die spießige Zwei-Zimmer-Wohnung im Vorort akzeptieren und nicht unbedingt auf das schicke Loft im Hipsterviertel zu bestehen. Grob kalkuliert, sollte ein Drittel des Nettogehaltes auf die Miete entfallen, ein Drittel auf andere unvermeidliche Kosten wie Nahrungsmittel, Versicherungen, Internet, etc. und ein Drittel für das private Vergnügen übrigbleiben, d.h. Kleidung, Ausgehen, Hobbys, etc.
Hilfreich ist es schon vor den Gehaltsverhandlungen, eine Aufstellung aller Kosten in den Händen zu haben und so zu wissen, wie hoch das Gehalt unbedingt sein muss um leben zu können und wie hoch das Gehalt sein sollte um angenehm leben zu können. Brutto-Netto-Rechner im Internet helfen dabei zu wissen, wie viel überhaupt nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben vom Brutto übrig bleibt.

Welche Versicherungen brauche ich?

Krankenkasse

Studenten, die bislang noch über ihre Eltern versichert waren, müssen sich als Vollzeitberufstätige erstmals selbst versichern. An erster Stelle ist dabei die Krankenversicherung zu nennen. Viele bleiben einfach bei der Krankenkasse, bei der sie schon über die Eltern versichert waren, doch es lohnt sich, die einzelnen Angebote der gesetzlichen Krankenkassen zu vergleichen. Wichtig ist, dass zum Arbeitsantritt eine Entscheidung gefallen ist, denn der Arbeitgeber muss wissen, mit welcher Krankenkasse er die Abgaben regelt.
Eine weitere wichtige Versicherung ist die Haftpflichtversicherung: Die Beiträge liegen meist weit unter 100 Euro und schützen vor hohen Forderungen von anderen, wenn man einen Schaden verursacht hat.
Sehr sinnvoll ist auch der frühe Start in eine private Rentenversicherung, denn die gesetzliche Rentenversicherung (deren Beiträge direkt vom Bruttogehalt abgezogen werden) reicht den heutigen Berufsanfängern nicht mehr zur späteren Versorgung im Alter. Schon ein kleiner Betrag reicht um früh aber stetig etwas aufzubauen, zum Beispiel 50 Euro im Monat. Eine ideale Ergänzung stellt die Berufsunfähigkeitsversicherung dar, die mit einer monatlichen Rente einspringt, wenn der Beruf nach einem schweren Unfall oder in Folge einer Krankheit nicht mehr ausgeübt werden kann.

Geldreserve anlegen

So verlockend es ist, die ersten Gehälter mit vollen Händen auszugeben und sich endlich Wünsche erfüllen zu können: Spätestens nach den ersten zwei-drei Gehältern sollte zunächst ein regelmäßiger Betrag auf die hohe Kante gelegt werden: Wer über eine Reserve von 5000 Euro verfügt, braucht keine Sorgen zu haben, dass einmal die Waschmaschine kaputt geht oder ein neues Fahrrad fällig wird. Wer stets "von der Hand in den Mund" lebt ist dagegen bei finanziellen Engpässen im schlimmsten Fall auf Kredite mit hohen Zinsen angewiesen.

Arbeitsweg kennenlernen

Sehr hilfreich ist es, einige Tage vor dem ersten Arbeitstag die besten Möglichkeit auszukundschaften um dorthin zu gelangen. Mit dem Auto sollte beispielsweise auf Staufallen geachtet werden, bei öffentlichen Verkehrsmitteln die Abfahrtszeiten, Umstiege und ähnliches. Im Zweifelsfall ist es immer besser, einen Bus zu früh zu nehmen als zu spät auf der Arbeit zu erscheinen. Im Laufe der Zeit wird sich herausstellen ob Kollegen den späteren Bus nutzen und die verpassten zehn Minuten morgens dafür abends dranhängen. Viele Unternehmen sind da heute sehr flexibel, andere dagegen halten an sehr starren Zeiten fest.

schreibt regelmäßig für UmfragenVergleich.