Karrierewechsel oder Neustart: 5 Tipps zur richtigen Kündigung

Ihr Job gefällt ihn nicht und Sie möchten kündigen? Oder Sie haben einen besseren Job in Aussicht, möchten sich selbstständig machen oder brauchen eine Pause von der Arbeitswelt? All das sind triftige Gründe für eine Kündigung des bestehenden Arbeitsvertrages. Doch was müssen Sie bei Ihrer Kündigung alles beachten, wenn Sie keine Brücken verbrennen möchten, schließlich könnte sich der neue Arbeitgeber leicht bei Ihrem Jetzigen über Sie erkundigen. Wir haben 5 Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen bei der Kündigung garantiert nichts schief geht.

Kündigungsschreiben

1. Kündigungsfristen beachten

Häufig möchten Arbeitnehmer, die mit ihrem Job unzufrieden sind, sofort kündigen. Allerdings müssen Sie sich an die gesetzlichen Vorschriften halten, zu denen auch die Kündigungsfrist zählt. Ihre Kündigungsfrist steht in der Regel in Ihrem Arbeitsvertrag oder im geltenden Tarifvertrag. Steht zur Kündigungsfrist nichts in Ihrem Arbeitsvertrag, dann gilt § 622 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Dieser Paragraph besagt, dass die Kündigungsfrist vier Wochen bis zum 15. des Monats oder bis zum Monatsende beträgt.

2. Aufhebungsvertrag: Vor- und Nachteile

Wenn es Ihnen nicht möglich ist, sich an diese Frist zu halten, können Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber sprechen und gegebenenfalls einen Aufhebungsvertrag schließen. Im Unterschied zur Kündigung wird ein Aufhebungsvertrag zwischen beiden Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) einvernehmlich geschlossen, sodass das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet werden kann.
Beachten Sie in letzterem Falle jedoch, dass Sie möglicherweise vorübergehend keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, wenn durch einen Aufhebungsvertrag die Kündigungsfrist umgangen wird und eine Abfindungszahlung durch Ihren Arbeitgeber erfolgt. Die Abfindungszahlung wird in diesem Fall mit dem Arbeitslosengeld verrechnet, zudem erfolgt möglicherweise eine Sperre von mindestens 12 Wochen, weil Sie als Arbeitnehmer freiwillig entschieden haben, Ihr Arbeitsverhältnis zu verlassen.

3. Das Kündigungsschreiben

Kündigung

Wenn Sie sich gegen den Aufhebungsvertrag und für eine herkömmliche Kündigung entscheiden, müssen Sie einige grundlegende Formalitäten beachten. Neben der Kündigungsfrist besteht laut § 623 des BGB die Pflicht, die Kündigung in Schriftform zu übermitteln. Dies bedeutet, dass eine Kündigung in mündlicher Form, per Fax, E-Mail oder SMS nicht rechtskräftig ist. Die Kündigung muss also schriftlich erfolgen und mit Ihrer Unterschrift versehen sein.
Beachten Sie, dass die Wirksamkeit der Kündigung davon abhängt, wann Ihre Kündigung bei Ihrem Arbeitgeber eintrifft. Um sicher zu gehen, dass Ihr Schreiben rechtzeitig eingeht, um die Kündigungsfrist einhalten zu können, sollten Sie Ihre Kündigung am besten persönlich abgeben und den Empfang eventuell schriftlich bestätigen zu lassen. Wenn Sie den Brief mit der Post schicken, planen Sie genug Zeit für die Zustellung ein und entscheiden Sie sich für ein Einwurf-Einschreiben statt für einen Standardbrief.
Inhaltlich sollte Ihr Schreiben die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist und das auf Basis dieser berechnete Datum des letzten Arbeitstages enthalten. Außerdem können Sie in Ihrer Kündigung um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses bitten. Bedanken Sie sich außerdem für die Zusammenarbeit.

4. Kündigungsgrund und -ankündigung

Wenn Sie fristgerecht kündigen, sind Sie nicht dazu verpflichtet, in Ihrer Kündigung einen Grund für das Beenden des Arbeitsverhältnisses anzugeben. Um keinen Ärger zu riskieren und um im Guten mit Ihrem Chef auseinander zu gehen, ist es jedoch ratsam, nicht bloß ein Schreiben aufzusetzen, sondern frühzeitig ein Gespräch mit dem Vorgesetzten zu führen, damit dieser persönlich von Ihrer Kündigung erfährt. Betonen Sie in Ihrem Gespräch vor allem die Aspekte, die Ihnen während des Arbeitsverhältnisses gefallen haben, beispielsweise der kollegiale Umgang oder dass Sie fachlich viel lernen konnten. Erklären Sie dann, dass Sie sich nun einer neuen beruflichen Herausforderung stellen möchten.
In manchen Fällen kann es passieren, dass Ihr Chef krampfhaft versucht, Sie zum Bleiben zu überreden. Wenn Sie den Entschluss gefasst haben, zu kündigen, sollten Sie sich im persönlichen Gespräch jedoch nicht weichkochen lassen, sondern standhaft bleiben. Bleiben Sie dennoch freundlich, damit Sie im Guten auseinander gehen können und Sie die Chance auf ein positives Arbeitszeugnis haben, das Sie bei künftigen Bewerbungen als Referenz verwenden können.

5. Verhalten nach der Kündigung

Teamwork

Wenn Sie fristgerecht gekündigt haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie noch mehrere Wochen an Ihrem Arbeitsplatz bleiben. In dieser Zeit sollten Sie sich – auch wenn bereits alle Kollegen informiert sind – nicht anmerken lassen, dass Sie bald gehen. Denn so zu tun, als würden Sie die Aufgaben nichts mehr angehen, sorgt nur für schlechte Stimmung und Ärger mit den Kollegen. Machen Sie sich eine Liste mit allem, was noch zu tun ist, sodass Sie Ihre Projekte noch sorgfältig beenden bzw. an Ihre Kollegen übergeben können.
Häufig wird einem nach der Kündigung angeboten, zum Ende der Kündigungsfrist noch den Resturlaub zu verbrauchen. Besprechen Sie dies rechtzeitig mit Ihrem Chef, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt. Planen Sie den Urlaub außerdem mit ein, um Ihre Arbeit rechtzeitig zu Ende bringen zu können. An Ihrem letzten regulären Arbeitstag sollten Sie sich von Ihren Kollegen und Vorgesetzten freundlich verabschieden, sich für die Zusammenarbeit bedanken. Zu einem würdevollen Abgang gehört es natürlich auch, den Arbeitsplatz aufgeräumt zu hinterlassen und alle persönlichen Daten vom Rechner zu löschen.

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