Grundsicherung, Aufstocken, Hartz IV – Auf diese Hilfen haben Sie Anspruch!

Da sich die Gesetzeslage immer wieder ändert, sind viele Menschen in Deutschland unsicher, wenn es um ihre Ansprüche auf staatliche Unterstützung geht. Dabei ist es natürlich wichtiger denn je seine Rechte zu kennen und das Beste aus den verfügbaren Mitteln zu machen. Wir haben daher die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Hartz4 beantragen

Was genau ist die Grundsicherung und wer erhält sie?

Die Grundsicherung ist für Menschen gedacht, die entweder die Regelaltersgrenze erreicht haben oder aufgrund von medizinischen Gründen nicht erwerbstätig sein können und es nicht schaffen ihren Lebensunterhalt mit anderen Mitteln zu bestreiten. Wann genau die Regelaltersgrenze erreicht ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise dem Geburtsjahr ab und sollte daher individuell ermittelt werden. Von einer dauerhaften, vollen Erwerbsminderung spricht man, wenn jemand auf absehbare Zeit außerstande ist täglich mindestens drei Stunden zu arbeiten.

Der Umfang des Anspruches auf Grundsicherung wird in vier unterschiedliche Bereiche unterteilt – die maßgebliche Regelbedarfsstufe, angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung, der eventuelle Mehrbedarf (zum Beispiel für eine Gehbehinderung) sowie die Übernahme von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen. Bewilligt wird die Grundsicherung immer für zwölf Monate am Stück, wobei je nach Ort unterschiedliche Leistungsträger wie beispielsweise die Arbeitsagentur zuständig sein können.
Als mögliche Abzüge berücksichtigt werden alle Einkünfte einschließlich Nebenjobs und Renten sowie Ersparnisse, die zur Finanzierung des Lebensunterhaltes verwendet werden können. Grundsätzlich besteht bei der Grundsicherung kein Unterhaltsrückgriff gegenüber den Eltern oder Kindern, nur wenn das Einkommen der Erben sehr hoch ist, in der Regel über 100.000 Euro pro Jahr, dann entfällt der Anspruch auf die Grundsicherung.

Was sollte man über Hartz IV wissen?

Wohngeld beantragen

Unter Hartz IV versteht man eigentlich Arbeitslosengeld II, eine Grundsicherungsleistung nach dem zweiten Sozialgesetzbuch. Tatsächlich muss man gar nicht unbedingt arbeitslos sein um Arbeitslosengeld II zu erhalten, bei einem sehr geringen Einkommen sind auch aufstockende Zahlungen denkbar. Der Regelsatz im Jahr 2015 beträgt 399 Euro für eine erwachsene Person, wobei Kosten für Lebensmittel, Freizeit, Bekleidung, Wohnen, Nahverkehr und Kosmetika hier enthalten sind. Die Miete und die Heizkosten werden zusätzlich übernommen.

Das wichtigsten Ziel der Hatz IV Reform ist es, dass Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, dementsprechend gibt es strenge Auflagen, die Antragssteller erfüllen müssen. Je nach Bedarf können allerdings auch Hilfestellungen wie beispielsweise Bewerbungstrainings oder Umschulungen angeboten werden.

Wer kann sein Einkommen aufstocken lassen?

Trotz Mindestlohn gibt es in Deutschland nicht wenige Menschen, die nicht ausreichend Geld verdienen, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken, obwohl sie angestellt sind. Anspruch besteht immer dann, wenn das Nettoeinkommen die definierten Schwellen zur Existenzsicherung nicht erreicht, wobei dieses für Familien natürlich weit höher angesetzt ist als für Alleinstehende. Als Einkommen gelten dabei nicht nur Einkünfte aus einer Anstellung, sondern auch eventuelle Lohnnachzahlungen, Sonderzahlungen, Arbeitslosengeld oder Krankengeld, Steuererstattungen, Unterhaltsleistungen, Kindergeld, Kapitalerträge, Eigenheimzulagen oder Lottogewinne.

Bedenken sollte man allerdings, dass mit dem Bezug einer Aufstockung durch Arbeitslosengeld II auch Pflichten einhergehen. So muss man beispielsweise eine „Eingliederungsvereinbarung“ unterschreiben und auch die Einkünfte seines Partners offen legen, falls eine Bedarfsgemeinschaft besteht.

Gibt es eventuell auch Wohngeld?

Hilfe von Arbeitsagentur oder Jobcenter

Wohngeld kann bei der Wohngeldstelle beantragt werden und soll sicherstellen, dass eine familiengerechte Unterbringung gesichert wird. Menschen, die Arbeitslosengeld II, eine Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsausfall, Hilfen zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz oder Grundleistungen nach dem Asylbewerbergesetz erhalten, können allerdings kein Wohngeld beantragen. Der Mietzuschuss kann beantragt werden, wenn Sie Mieter sind, eine Genossenschafts- oder Stiftungswohnung besitzen oder ein Haus besitzen, dass hauptsächlich zu Gewerbezwecken genutzt wird, so dass es nicht als Wohneigentum betrachtet werden kann.

Da Wohngeld nur einen Teil der Wohnkosten decken soll, wird in den meisten Fällen ein Mindesteinkommen von 382 Euro vorausgesetzt. Nach oben hin unterscheiden sich die Einkommensgrenzen regional sehr, da bei den Wohngeldtabellen zwischen fünf unterschiedlichen Mietstufen unterschieden wird. Wer eventuell einen Anspruch hat, der sollte sich am besten nach den lokalen Gesamteinkommensgrenzen-Tabellen erkundigen.
Bei der Antragsstellung sollte man aktuelle Einkommensnachweise, den Mietvertrag und gegebenenfalls eine Bescheinigung vom Finanzamt am besten schon parat haben. Der Bewilligungszeitraum gilt für ein Jahr, danach muss man einen neuen Antrag stellen.

Was tun, wenn es Fragen oder Probleme gibt?

Grundsätzlich ist die Arbeitsagentur eine sehr gute erste Anlaufstelle für Fragen zu den Bereichen Anspruch, Antragsstellung und Voraussetzungen. Vor Ort vorzusprechen ist dabei nicht unbedingt notwendig, auch im Netz finden sich umfassende Informationen und Telefonnummern von passenden Ansprechpartnern. Darüber hinaus bieten unterschiedliche Organisationen allerdings auch Hartz IV Beratungsstellen an, bei denen Sie unabhängige Hilfe bekommen können.

Gibt es hingegen rechtliche Probleme bei der Antragsstellung, dann kann die öffentliche Rechtsauskunft eventuell weiterhelfen. Hier erhalten Sie im Sinne der Chancengleichheit eine juristische Beratung für eine sehr geringe Gebühr.